Talentschuppen

Praxis für     Begabtenförderung

Besondere Begabung und Psychopathologie

Entgegen der durch Medien verbreiteten Auffassung, Hochbegabte seien Genies mit ausgeprägten Fähigkeiten und sozial auffällige „Nerds“, werden Hochbegabte oft nicht erkannt, wenn ihre Begabungen mit Behinderungen oder Störungen einhergehen.

Im Folgenden finden Sie eine Liste von möglichen Beeinträchtigungen, die nach ICD10 klassifiziert sind und im Kindes- und Jugendalter diagnostiziert werden können.
Durch eine bestehende Hochbegabung ist der Umgang der Betroffenen mit der Beeinträchtigung deutlich anders als bei vergleichbaren durchschnittlich Begabten, und mögliche Therapieansätze sollten dem angepasst sein.

1.   Hyperkinetische Störungen ADS, ADHS
2.   Psychische Störungen durch psychotrope Substanzen Alkohol, Medikamente, Drogen etc.
3.   Manische und bipolare Störungen
4.   Depressive und rezidivierende depressive Störungen
5.   Anhaltende affektive Störungen
6.   Reaktionen auf schwere Belastungen und Angststörungen PTBS
7.   Dissoziative Störungen
8.   Somatoforme Störungen, Schmerz, Hypochondrie
9.   Essstörungen, Bulimie, Anorexia
10. Nicht-organische Schlafstörungen
11. Störungen der Impulskontrolle
12. Störungen der Geschlechtsidentität
13. Entwicklungsstörungen der Sprache/ des Sprechens, Stottern, Poltern, Artikulationsstörungen
14. Entwicklungsstörungen schulischer Fähigkeiten LRS, Dyskalkulie
15. Tiefgreifende Entwicklungsstörung, Asperger
16. Phobische und Angststörungen
17. Soziale Ängstlichkeit, Panikstörung, Trennungsangst
18. Elektiver Mutismus
19. Ticstörung
20. Enuresis und funktionelle Harninkontinenz
21. Enkopresis
22. Selbstverletzendes Verhalten
23. Suizidalität
24. Vernachlässigung (auch Wohlstandsverwahrlosung), Misshandlung, Missbrauch

Auch Kinder und Jugendliche mit körperlichen Behinderungen können selbstverständlich hochbegabt sein und sollten entsprechend gefördert werden.

In der aktuellen Resilienzforschung werden sieben Faktoren benannt, die mit der Fähigkeit, das Leben trotz Leiderfahrung zu meistern, eine Rolle spielen:

Emotionsteuerung, Impulskontrolle, Kausalanalyse, Selbstwirksamkeitsüberzeugung, Empathie, realistischer Optimismus und        Zielorientierung/Reaching-Out.(Reivich, Shatté 2015).

Genau diese Eigenschaften korrelieren erheblich mit dem Faktor Intelligenz:

Positiv, wenn Intelligenz dazu führt, Strategien zu entwickeln.

Negativ, wenn Intelligenz zum genauen Erfassen der Situation und damit zu vermehrter Angst und Reizüberflutung führt.

Daher ist es wichtig und nötig, in Diagnose und Therapie mögliche besondere Begabungen im Auge zu behalten.


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