Talentschuppen

Praxis für     Begabtenförderung

Diagnostik

Für alle Diagnoseverfahren, die die Persönlichkeit eines Menschen abbilden wollen, gilt:

"Es existieren mehr Dinge zwischen Himmel und Erde als der Mensch messen kann!"

Trotz- oder gerade deswegen ist es um so wichtiger, höchste Qualitätsmaßstäbe anzulegen, denn einmal formulierte Messergebnisse sind existent und haben für die getestete Person Konsequenzen.

Ein Persönlichkeitstestverfahren oder ein Intelligenztest sind im juristischen Sinne Eingriffe in das Persönlichkeitsrecht und daher mit größter Sorgsamkeitspflicht zu behandeln.

Jedes Diagnoseverfahren setzt ein Vertrauensverhältnis von Testperson und Probant voraus, denn jedes Missverhältnis würde Diagnosergebnisse beeinflussen und verfälschen.

Häufig entstehen aus nicht passgenauen Testergebnissen Lebensentscheidungen mit erheblicher Tragweite, z.B.Bildungslaufbahn, Erziehungsverhalten und Fördermaßnahmen sollten nur auf ein korrektes Testergebnis abgestimmt sein.

Ein weiteres unerlässliches Qualitätsmerkmal fachgerechter Testung ist die Erkenntnis, dass ein einziges empirisches Verfahren- z.B. ein Intelligenztest- nicht ausreicht, um Aussagen über die Persönlichkeit eines Menschen treffen zu können:

Ein  IQ-Wert z.B. ist keine Größe, um Aussagen über Schulleistungen zu treffen!

Leistungen kommen durch begleitende Sekundärtugenden wie Motivation, Anstrengungsbereitschaft oder Frustrationstoleranz zustande, Nichtleistung ist häufig verursacht durch Angst- oder Stressbelastungen.

Empirische Testverfahren sind nicht die einzigen Möglichkeiten, Diagnosen zu finden:

Standardisierte Beobachtungs-und Lerntestverfahren liefern oft genauso aussagekräftige Ergebnisse vor allem im Vorschulalter oder in stressbelasteten Lebenssituationen des Probanden.

Zur Messung von Intelligenz gibt es unterschiedliche Testverfahren, die auf unterschiedlichen Vorstellungen von Intelligenz basieren.

Der KABC-II Intelligenztest gehört zu den Intelligentests mit dem breitesten Intelligenzspektrum.


Der K ABC-II Intelligenztest


Der KABC-II Intelligenztest (neue Version ab 2015) ist ein Diagnoseinstrument, das zur Messung von Intelligenz benutzt werden kann. Der Test ist geeignet für Kinder/Jugendliche im Alter von drei bis achtzehn Jahren.

Wie jeder Intelligenztest kann auch dieses Verfahren nur die Auffassung von Intelligenz abbilden, die in unserer Gesellschaft gilt.

Intelligenz wird in anderen Kulturen ganz unterschiedlich definiert, und jeder Intelligenzbegriff ist natürlich auch geprägt von der Zeit, in der Menschen leben:

Ein Steinzeitmensch hätte mit unserer aktuellen Auffassung von Intelligenz wohl wenig Chancen zu überleben…

Der Intelligenzbegriff, der dem KABC-II Verfahren zugrunde liegt, ist im Vergleich zu anderen Testverfahren aber recht weit gefasst, indem er als Grundlage sowohl neuropsychologische Erkenntnisse als auch lerntheoretische Modelle besitzt.

Er unterscheidet zwischen kristalliner und fluider Intelligenz:

 

Kristalline Intelligenz: Erworbene Fertigkeiten

·        Aus der eigenen Kultur gewonnenes Wissen

 

Fluide Intelligenz: Kognitive Fähigeiten

·        Prozesse der Aufmerksamkeit,

·        Prozesse der Codierung, Speicherung, und Integration von Information

·        Prozesse der Planung und Organisation von Verhalten.

 

Durch diese duale Grundlage ist es möglich, auch Kinder und Jugendliche ohne deutsche Sprachkenntnisse oder mit Erkrankungen aus dem Autismusspektrum zu testen.

Der Test besteht aus mehreren Untertests und kann, je nach Alter, zwischen 1,5 und 3 Stunden dauern.


Testung von Hochsensibilität

Obwohl vor allem in den USA an der Entwicklung von empirischen Tests im Bereich Empathie und Intuition gearbeitet wird, die Hinweise auf eine Hochsensibilität geben könnten, muss festgehalten werden, dass diese noch nicht ausgereift sind.

Gütekriterien wie Reliabilität, Validität und Objektivität können derzeit noch nicht gewährleistet werden.

Das gilt auch für im Netz verfügbare "Schnelltests"...

Seriöse Diagnostik von Hochsensibilität ist aber auch ohne Empirik möglich.

In Interviews und Beobachtungseinheiten kann eine Differentialdiagnose zu anderen Phänomenen (ADS, ADHS u.ä.) erstellt und durch diverse Persönlichkeitstestverfahren abgesichert werden.